TOX-BOX

Gefährdungsbasiertes Risikomanagement für anthropogene Spurenstoffe zur Sicherung der Trinkwasserversorgung

Das Risikomanagement von anthropogenen Spurenstoffen bewegt sich im Konfliktfeld Risiko (unerwünschte Wirkungen für Umwelt und Mensch) und Innovation/Nutzen (z. B. Gesundheit durch Arzneimittel und Lebensqualität durch Nanomaterialien). Für diese Fragestellung sind Bewertungsstrategien zur Ableitung normativer Werte das wesentliche Element in der gesundheitsbezogenen Umweltpolitik. Eine grundsätzliche Regelung der Bewertungskonzepte ist zwingend notwendig; diese Forderung ergibt sich auch aus den derzeit stattfindenden Neuregelungen im Umweltbereich (Europäische Wasserrahmenrichtlinie und Tochterrichtlinien) und im Stoffrecht (REACH).

Wesentliches Kriterium zur Festlegung von Grenzwerten ist die Einbeziehung der stoffspezifischen Wirkmechanismen, die über biologische Testverfahren zu identifizieren und zu quantifizieren sind. Als Grundlage der Risikobewertung wird der gesundheitliche Orientierungswert (GOW) herangezogen.
Dieses theoretische Konzept benennt zwar die biologischen Endpunkte (Gentoxizität, Neurotoxizität, Endokrine Wirkungen/Keimzellschädigung), nennt aber keine Vorgehensweise für die experimentelle Erhebung toxikologischer Daten.

Auf der Grundlage der Erfahrungen im Stoffrecht ist für die sichere Bewertung eine harmonisierte und festgeschriebene Teststrategie für jeden im GOW-Konzept (Gesundheitlicher Orientierungswert) genannten Endpunkt notwendig. Daraus leitet sich die wissenschaftliche Zielstellung im Projekt TOX-BOX ab.

Ziel des Projektes ist es, eine harmonisierte Teststrategie, festgeschrieben in einem Leitfaden, für ein expositionsbezogenes und gefährdungsbasiertes Risikomanagement von anthropogenen Spurenstoffen zu erarbeiten. Für dieses Ziel werden allgemeine Leitlinien in Form von Entscheidungsbäumen formuliert. Das schließt bei Aufzeigen von Gefährdungspotenzialen und regulierungsbedürftigen Tatbeständen die Festlegung von Maßnahmeoptionen ein.

Arbeitsschwerpunkte:

  • Charakterisierung der Exposition und Identifizierung von trinkwasserrelevanten Einzelsubstanzen
  • Verifizierung von Befunden über die Aufkonzentrierung von Wasserproben
  • Priorisierung, Entwicklung und Festschreibung von endpunktbezogenen Teststrategien einschließlich der Ableitung von Bewertungskriterien
  • Strukturierung der hierarchischen Teststrategie zur Abschätzung und Wichtung von Toxizitätsdaten im Gesamtprozess der GOW-Ableitung
  • Formulierung von gefährdungsbasierten, auf das GOW-Konzept gestützten Handlungsoptionen
  • Erarbeitung von Infomaterialien und Trainingsprogrammen für die Anwendung des Leitfadens und
  • Erstellung eines einheitlichen und verbindlichen Leitfadens zum gefährdungsbasierten Risikomanagement von anthropogenen Spurenstoffen.

 

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Ansprechpartner


  • Dr. Tamara Grummt

    • Umweltbundesamt
    • Telefonnummer: 037437 76354
    • Faxnummer: 037437 76219
    • E-Mail-Adresse: tamara.grummt(at)uba.de
 

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