RiskAGuA

Risiken durch Abwässer aus der intensiven Tierhaltung für Grund- und Oberflächenwasser in Agrarräumen

In dem Verbundprojekt RiskAGuA werden zunächst in einem zweistufigen Screening-Programm das Ausmaß der Ausbringung und die Persistenz von Veterinärpharmaka, pathogenen Mikroorganismen und deren Resistenzen über die Gülleverwertung und die Verteilung in den Umweltkompartimenten Boden, Grund- und Oberflächenwässer bestimmt. Die Erfassung, Dokumentation und Bilanzierung der durch feste und wässrige Abfälle aus der Viehmast sowie der Milchviehwirtschaft hervorgerufenen Belastungen von Boden, Grund- und Oberflächenwasser durch Veterinärpharmaka (Antibiotika, metallhaltige Desinfektionsmittel), potentiell pathogene Bakterien, deren Antibiotika-Resistenzen und Resistenzgene stehen im Fokus des Vorhabens.

Dazu wird neben der Analyse von natürlichen Ausbreitungsbarrieren (Boden, Grund- und Oberflächengewässer) ein Schwerpunkt auf der Schaffung künstlicher Barrieren wie Biogas-, weitergehende Abwasser- und Abfallanlagen liegen, die neben Energiegewinnung eine weitergehende Rückhaltung und Abtrennung von wassergefährdenden Stoffen sowie ein Nährstoffrecycling ermöglichen.

Weiterhin erfolgt die Bilanzierung des Ausmaßes der Persistenz bzw. der Schadstoffeliminierung durch Adsorption, Metabolisierung, Mineralisierung und/oder Inaktivierung während des Transports durch

  • natürliche Ausbreitungsbarrieren (Bodenpassage, Selbstreinigungspotential der Grund- und Oberflächenwässer),
  • künstliche biotechnologische Barrieren (Biogas-, weitergehende Abwasser- und Abfallanlagen, Wertstoffrückgewinnung und -reinigung) und die
  • Art der landwirtschaftlichen Verwertung

Ferner werden dezentrale biotechnologische Verfahren etabliert, weiterentwickelt und optimiert, welche die aus der Gülleverwertung (direkte Ausbringung, Biogasproduktion > Ausbringung, weitergehende Behandlung > Ausbringung) stammende Belastung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser vermindern, mit dem Ziel, neben Makroschadstoffen auch veterinärpharmakologische Spurenstoffe, ökotoxische Substanzen sowie pathogene Mikroorganismen und Antibiotikaresistenzen zu reduzieren.

Ausgehend von einer deduktiv erfassten und experimentell abgesicherten numerischen Modellierung der Grundwasserströmungs- und Stofftransportprozesse in der ungesättigten und gesättigten Bodenzone sollen die Wirkzusammenhänge zwischen Emission und Folgen für den Wasserkreislauf aufgezeigt und zur Sicherstellung des internen und externen Wissenstransfers in eine Wissensplattform implementiert werden, aus der wissenschaftlich Evidenz-basierte Handlungsdirektivenaus der Praxis abgeleitet und ein Risikomanagement kommuniziert werden können.
 

Arbeitsschwerpunkte:

  • Screening-Programm zur Bestimmung des Ausmaßes der Ausbringung und der Persistenz von Veterinärpharmaka, pathogenen Mikroorganismen und deren Resistenzen über die Gülleverwertung und die Verteilung in den Umweltkompartimenten Boden, Grund- und Oberflächenwässer
  • Analyse von natürlichen Ausbreitungsbarrieren (Boden, Grund- und Oberfächengewässer).
  • Schaffung künstlicher Barrieren wie Biogas-, weitergehende Abwasser- und Abfallanlagen, die neben Energiegewinnung eine weitergehende Rückhaltung und Abtrennung von wassergefährdenden Stoffen sowie ein Nährstoffrecycling ermöglichen.
  • Etablierung, Weiterentwicklung und Optimierung dezentraler biotechnologischer Verfahren, welche die aus Gülleverwertung (direkte Ausbringung, Biogasproduktion > Ausbringung, weitergehende Behandlung > Ausbringung) stammende Belastung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser mit Makroschadstoffen, veterinärpharmakologischen Spurenstoffen und pathogenen Mikroorganismen verringern.
  • Modellierungen der Grundwasserströmungs- und Stofftransportprozesse in der ungesättigten und gesättigten Bodenzone sollen die Wirkzusammenhänge zwischen Emission und Folgen für den Wasserkreislauf aufzeigen.
  • Ableitung von Risikomanagement/Handlungsdirektiven sowie deren Vermittlung an die Agrarwirtschaft.

 

Zurück zur Übersichtsseite

Ansprechpartner


  • Prof. Dr. Wolfgang Dott

    • RWTH Aachen
    • Telefonnummer: 0241 8088 385
    • Faxnummer: 0241 8888 477
    • E-Mail-Adresse: wolfgang.dott(at)post.rwth-aachen.de
 

© BMBF 11/12/2015 15:17 - Alle Rechte vorbehalten.